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Seife / Schmierseife

Vielfach hört man, das am besten Seifenlaugen oder Schmierseifen für die Reinigung von Natur- oder Betonwerkstein geeignet sei. Daher sei hier einmal erläutert, was das den eigentlich ist ... unsere "Seife" für die Bodenreinigung.

 

Seifen werden zumeist aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Die Fette werden in einer Lauge (z.B. Kalium, Natron) gekocht. Dabei werden die Alkalisalze der Fettsäuren (ursprüngliche Seife) ausgeschieden.

Der Chemiker versteht unter Seife die Kalium- und Natriumsalze der höheren Fettsäuren. Gebrauchsfertige Produkte verschiedenster Seifenarten (Seifenreiniger) sind in der Regel in flüssiger oder pastöser Form für die Bodenreinigung erhältlich. Denen sind je nach Hersteller weitere chemische Zusatzstoffe beigegeben worden um unterschiedliche Eigenschaften des Reinigungsmittels zu erreichen. Dazu gehören neben Geruch und Verarbeitbarkeit auch die Intensität des Reinigers.

 

Steinseife oder klassische Seifenreiniger sind Reiniger auf Seifenbasis und eine tolle Sache. Bei der Verarbeitung entstehen sogenannte "Kalkseifen" welche in die Poren eindringen und mit der Zeit einen seidenmatten Schutzfilm bilden. Durch das Begehen (oder durch mechanische Bearbeitung) wird dieser Schutzfilm verdichtet und kann ggf. bis zur Politur aufgearbeitet werden. Bei hoher Wasserhärte wird allerdings die Bildung von Kalkseifen weniger unterstützt, weshalb mit der Bildung eines ausreichenden Schutzfilms in einigen Monaten oder auch mehreren Jahren zu erwarten ist. Geeignet sind diese Produkte eher für Betonwerksteine und Kalksteine, weniger für Hartgesteine.

 

Kernseifen sind Grundprodukte bei der Herstellung von Seifen wo der Seifenleim  mittels viel Wasser und Kochsalz (Natriumchlorid) nochmals aufgekocht wurde. Dabei wird die oben schwimmende Masse fester (kerniger), während wasserlösliches Glycerin und andere Begleitstoffe aus den Fetten abgeschieden wird. Diese haben eine eher feste Konsistenz. Heute wird Kernseife hauptsächlich nur noch zur Handreinigung verwendet (entfettend). Auch andere Anwendungsmöglichkeiten sind noch geblieben.


Schmierseifen als Grundprodukte werden dagegen unter Zusatz von Kaliumchlorid und viel Wasser hergestellt. Es bilden sich Kaliumsalze der Fettsäuren, welche eine eher schleimige / schmierige Konsistenz haben. Daher der Name "Schmierseife". In hartem Wasser bildet sich allerdings Kalkseife aus schwer löslichen Calcium- oder Magnesiumsalzen. Diese setzen sich als Verunreinigung auf der Oberfläche ab

 

Die "grüne Seife" ist hauptsächlich in Norddeutschland bekannt, da diese Schmierseife in früheren Zeiten aus Hanföl hergestellt wurde und dadurch eine leicht grünliche Farbe hatte. Grundsätzlich ist eine grüne Seife genauso einzuordnen wie eine Schmierseife.

 

Neutralseifen haben mit der eigentlichen Seife oder einem Seifenreiniger (natürliche Seife) nichts mehr gemeinsam. Diese Produkte haben Tenside (15-30%) als Grundbestandteil und sind relativ pH-Neutral (pH-Wert 7).

 

"...Lauge, ... da war doch was?! ...". Die Seife ist nicht pH-neutral, sondern Alkalisch. Je nach Hersteller kann die Seife einen pH-Wert von 9 bis 14 erreichen. Und damit fangen die Probleme an.

Eine hochalkalische Lösung kann sogar einen Hartgestein (Granit, Gneis, ...) massiv schädigen. Die Politur kann angegriffen werden, so das der Bodenbelag nur noch stumpf aussieht. Oder es können sogar mineralische Bestandteile des Hartgesteins angelöst werden und der Bodenbelag kann "rosten". Auch können bei Weichgesteinen (Kalkstein / Marmor) sowie bei Betonwerksteinen mineralische Bestandteile "entfärbt" werden. D.H., der Bodenbelag verliert die Farbe.

 

Daher bleibt als Resumee für die Verwendung von natürlichen Seifen bei Natur- und Betonwerksteinen nur zu sagen:

Grundsätzlich sehr gut, aber nur wenn diese ausdrücklich und ausschließlich für Natur- und Betonwerksteine geeignet sind. Also eher Steinseifen oder klassisische Seifenreiniger. Sogenannte Allzweckreiniger (Schmierseifen, Neutralseifen, etc) sind nicht zu empfehlen.

 

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